Bild der Leipziger Universitaet um 1850

Kultur und Bildung

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Kunstmärchen oder Volksmärchen?

Interview mit einem Germanistik-Professor

Im heutigen Kulturartikel wird ein wichtiger Aspekt der Märchengeschichte behandelt. Kunstmärchen? Volksmärchen? Finden Sie es heraus!

ILLUSTRIERTE:
Berühmete Märchen wie "Der Froschkönig", "Rapunzel", "Schneewitchen", "Aschenputtel" und viele mehr sind überall verbreitet. Wir haben sicherlich viele gelesen, doch meiner Meinung nach sind sie alle ähnlich aufgebaut. Sie sagen aber, nicht jedes "Märchen" sei "wirklich" ein Märchen?
PROFESSOR:
Genau so ist es. Die Märchen, die Sie soeben aufgezählt haben, sind alle in der Kategorie der Volksmärchen einzuordnen. Es gibt aber auch noch die Kunstmärchen.
ILLUSTRIERTE:
Können Sie uns ein Beispiel nennen?
PROFESSOR:
Das Buch "Der goldne Topf" von E.T.A. Hoffmann ist wohl das Paradebeispiel.
ILLUSTRIERTE:
Interessant, dieses Buch liest gerade der Illustrierte Buchclub! Aber worin liegt denn nun der Unterschied zwischen einem Kunst- und einem Volksmärchen?
PROFESSOR:

Obwohl beides Märchentypen sind, sind Sie doch sehr verschieden.

Während das Kunstmärchen das Werk eines bestimmten Autors ist, wurde das Volksmärchen früher mündlich übertragen und erst später dann von z.B. den Gebrüdern Grimm aufgeschrieben.

ILLUSTRIERTE:
Das wusste ich jetzt noch nicht. Das kann aber doch noch nicht alles sein, oder?
PROFESSOR:
Nein, das ist es in der Tat noch nicht.

Das Volksmärchen beinhaltet stereotypische Schauplätze wie Burgen, Schlösser oder Brunnen, hat keine genaue Zeitangabe und oftmals gar keine Ortsangabe. Ähnliches gilt auch für die Charaktere: Während die Figuren eines Volksmärchens ebenfalls flach und stereotypisch sind, haben Kunstmärchen konstrastrierend dazu komplexe und facettenreiche Charaktere. Auch sind Kunstmärchen oftmals nicht in der typischen "Märchensprache" geschrieben.

ILLUSTRIERTE:
Aha. Haben die beiden Typen also gar nichts gemeinsam?
PROFESSOR:
So groß ist der Unterschied nun auch wieder nicht, schließlich haben beide Typen immer noch "Märchen" im Namen, und das hat natürlich seinen Grund.

Beide beinhalten insbesondere eine Verbindung zum "Mythos", einer magischen Welt. Außerdem gibt es in beiden Märchentypen einen Helden, der seine Aufgabe zu lösen hat.

ILLUSTRIERTE:
Vielen Dank für dieses aufschlussreiche und informative Gespräch. Wir werden diese Informationen auf jeden Fall an unseren Buchclub weiterleiten.
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Kommentare
Nutzer:
Archivarius Lindhorst
Datum:
31.12.1813
Eine wichtige Unterscheidung

"Die Zeit von Stereotypen und strenger Trennung ist zu Ende. Die Zukunft braucht Facetten, Einheit und Toleranz. Moderne Märchen sind keine Vergangenheitshuldigungen, sondern Visionen."

Das wöchentliche Kreuzworträtsel

Trainieren Sie ihr Vorstellungsvermögen!

Für das wöchentliche Gehirntraining wurde auch diesmal wieder ein Kreuzworträtsel erstellt! Zum Archivarius-Lindhorst-Jubiläumstag wurden deshalb diesmal Wörter aus Dresden und der näheren Umgebung gewählt. Vertrauen Sie auf ihr Glück!

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Kommentare
Nutzer:
Konrektor Paulmann
Datum:
09.08.1813
Platon, nicht Plankton

"Jawohl ... Ich musste meinen Frust hier kurz ausdrücken. Immer mehr Menschen machen diesen Fehler, nicht nur im Zusammenhang mit diesem Kreuzworträtsel!"

Haben Drachen Federn?

Eine Frage bereitet Dresden Kopfschmerzen

Wenn man an einen Drachen denkt, so stellt man sich meistens zuerst ein großes majestätisches Tier mit einem dicken, geschuppten Panzer vor. Doch gibt es auch Drachen mit Federkleid? Eine unserer Quellen berichtet, dass die alte Rauerin, welche ursprünglich die Gestalt einer Runkelrübe hatte, und ihr schwarzer Kater aus den Federn eines Drachen entstanden sind. Dies würde bedeuten, dass auch Drachen mit Federn existieren.

Um diesem Mysterium auf den Grund zu gehen, müssen wir uns die Entstehung der Drachenlegende vergegenwärtigen: Ursprünglich sind die ersten Drachenlegenden auf Sichtungen einer unbekannten Fasanenart zurückzuführen. In den ältesten Überlieferungen und Zeichnungen von Drachen werden diese daher meist gefiedert dargestellt.

Eine Konzeptzeichnung eines gefiederten Drachens von Lilli Finkbeiner
Eine Konzeptzeichnung eines gefiederten Drachens von Lilli Finkbeiner

Dadurch kann man darauf schließen, dass die damalige Bevölkerung bei der Sichtung großer unbekannter Fasanenarten diese nicht als Vögel sondern als große majestätische Drachen identifiziert und dadurch den Drachenmythos erschaffen hat. Durch die vielen verschiedenen Überlieferungen ist dann wohl aus diesem ursprünglichen Drachenbild das des geschuppten bzw. gepanzerten Drachen entstanden. Konkludierend können wir annehmen, dass höchstwahrscheinlich die alte Rauerin und ihr Kater von einem sehr alten Drachengeschöpf abstammen, aus dessen Geschlecht sich später die heute berühmten Panzerdrachen entstanden sind.

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Kommentare
Nutzer:
Registrator Heerbrandt
Datum:
10.09.1813
Nicht nur mir geht es also so ...

"... Schon oft sah ich in Träumen diese Erscheinungen. Faszinierend, dass sie nicht nur reine Hirngespinste zu sein scheinen!"

Was ist eine Runkelrübe?

Ein Garten birgt so manche Geheimnisse

Runkelrübe ist eine andere Bezeichnung für die Futterrübe. Der Begriff leitet sich wahrscheinlich von dem landwirtschaftlichen Begriff “Runken” ab und bedeutet “unförmiges, dickes Stück”, was sich durch die dicke Wurzel der Pflanze erkläre ließe. Oder aber der Begriff leitet sich von “Runzel” ab, wegen des runzeligen kleinen Samens der Pflanze. Die Runkelrübe ist eine landwirtschaftliche Kulturpflanze und gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse.

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Kommentare
Nutzer:
Konrektor Paulmann
Datum:
12.06.1813
Die ultimative Macht ...

"... Liegt wohl im Wissen. Nicht ohne Grund bin ich Lehrer geworden. Definitionen sind magisch und klären so manche Namensgebung auf."

Woher stammt der Name Serpentina?

Ein (sinus-)kurviges Wortspiel

Der Name “Serpentina” stammt vom deutschen Wort “Serpentinen” ab, welches einen gewundenen Bergpass beschreibt. Das wäre doch ein guter Name für eine Schlange, meinen Sie nicht?

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Kommentare
Nutzer:
Archivarius Lindhorst
Datum:
05.04.1813
In der Tat

"Diese Idee hatten nicht nur Sie, auch wenn ich beim Ursprung des Namens einer anderen Meinung bin."